Wie werde ich Selbst&Ständig? Der Traum vom Online Shop Teil 1

2018-01-23T07:10:04+00:00 29/04/2016|

Seit September 2015 bin ich selbst&ständig. Naja, zumindest im kleinen Rahmen… ich habe ein Kleingewerbe angemeldet und einen Dawanda Shop eröffnet! Dort gibt es wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt selbstgenähte Einzelstücke für Hund, Katze & Dosenöffner!

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Es gibt sicherlich einige unter euch die auch gerne Dinge selbst machen und denen deswegen schon Mal der Traum vom eigenen Geschäft durch den Kopf gegangen ist.

Jedenfalls war es bei mir so! Und der Wunsch danach, etwas Eigenes auf die Beine zustellen wuchs immer mehr und so habe ich freudig und ängstlich zugleich den Schritt gewagt und ein Kleingewerbe gegründet.

Die Beiträge sollen euch eine kleine Hilfestellung sein und einen Einblick in das ganze Drumherum geben. Sie beinhalten mit Sicherheit nicht alles, aber für einen Überblick sollte es reichen! Ich hoffe ich vergesse nichts und falls doch etwas falsches dabei korrigiert mich bitte!Ja NeinWarum ein Kleingewerbe als Unternehmensform?

Für mich war von Anfang an klar, ich möchte online einen Shop betreiben, allerdings nur nebenberuflich. In meinem Fall eignete sich dafür am besten das Kleingewerbe, denn es bringt folgende Vorteile mit sich:

  • Geringes Risiko: die finanzielle Belastung ist „relativ“ gering
  • Geringer Zeitbedarf: man kann es als Nebentätigkeit ausüben (Achtung: die Erlaubnis des Arbeitgebers muss eingeholt werden!)
  • Als Kleingewerbe gilt man bis zu einem Umsatz von 17,500€ im Jahr
  • Der Freibetrag der Umsatzsteuer liegt bei 24.500€
  • Umsatzsteuer 0%, dadurch kann man seine Waren günstiger verkaufen

 

Wenn ihr euch für Kleingewerbe entschieden habt, gibt es einige Punkte die ihr beachtetn müsst:

  • Anmelden beim Gewerbeamt (geht auch online)
  • Mitgliedschaft bei der IHK oder der Handwerkskammer
  • Mitgliedschaft bei der Berufsgenossenschaft
  • Gegeben falls Erlaubnis des Arbeitgebers
  • Fragebogen zur Steuerlichen Erfassung, evtl. Beratung beim Steuerberater
  • Verpackungslizenzen, wenn ihr online versendet

Ihr müsst als Erstes natürlich euer Gewerbe beim Gewerbeamt anmelden. Das Gewerbeamt leitet die Daten an das Finanzamt und die IHK weiter.

Je nachdem wie ihr die Tätigkeit eures Gewerbes definiert, bekommt ihr Post von der IHK oder der Handelskammer. Ich bin zum Glück bei der IHK gelandet, denn die Handwerkskammer bietet keinen Freibetrag beim Gewinn an. Ihr habt also jeden Monat einen Beitrag zu bezahlen, ob ihr etwas verdient oder nicht.

Sobald ihr euer Gewerbe angemeldet habt, müsst ihr euch auch bei der passenden Berufsgenossenschaft anmelden. In meinem Fall war es die BG ETEM (Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse). Ihr könnt euch von dem Beitrag befreien lassen, wenn ihr nicht mehr als 100 Arbeitstage für euer Kleingewerbe tätig seid.

Wenn ihr das Kleingewerbe als Nebentätigkeit betreibt, braucht ihr die Erlaubnis eures Arbeitgebers. Kleiner Anhaltspunkt, man sollte nicht mehr als 10 Stunden in der Woche mit dem Nebenberuf verbringen 😉

Wenn ihr nicht sowieso schon beim Steuerberater seid, würde ich euch empfehlen einen Beratungstermin auszumachen und mit ihm die Steuerlichen Aspekte noch einmal im Detail durch zugehen.

Möchtet ihr online verkaufen, braucht ihr Verpackungslizenzen für Papier und Plastik (diese reichen in der Regel). Damit erwerbt ihr die Erlaubnis Verpackungsmüll zu produzieren und beteiligt euch am Recycling. Es gibt verschiedene Anbieter, wie z.B. der Grüne Punkt. Ich kaufe meine Lizenzen bei Müä. Ihr müsst abschätzen wieviel kg an Verpackungsmaterial ihr im Jahr verbraucht und danach richten sich dann eure kosten.

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Und was kostet das Ganze?

Wie schon erwähnt ist die finanzielle Belastung „relativ“ gering. Aber was ist schon relativ?

Um euch einen kleinen Überblick zu geben habe ich hier eine grobe Kostenaufstellung gemacht, die natürlich in einigen Punkten bei euch abweichen können und nur Schätzwerte sind.

Gewerbeanmeldung(einmalig) 20-60€
Steuerlicher Erfassungsbogen bei Steuerberater

(kann man auch selbst machen, einmalig)

50€
Verpackungslizenzen (20kg, 1 Jahr) 25€
Arbeitsmaterialien & -geräte ???
Labels mit Logo 150€
Verpackungsmaterialien

(z.B. 100 Maxibriefkartons, Paketband)

30€
Visitenkarten, Flyer etc. (jeweils 200Stück) 20€
Rechnungssystem z.B. Billbee Max. 34€ im Monat, pro Auftrag   8 Cent
Dawanda Einstellgebühren pro Artikel Bis 9,99€ Verkaufspreis: 10 Cent, bis 19,99€: 20 Cent, ab 29,99€: 30 Cent
Dawanda Provision 9,5% auf den Verkaufspreis
Logenplatz, Startseitenbuchung Ab 9,90€
Online Shop über Jimdo Business 180€ pro Jahr
Steuerberater hängt von den Einnahmen ab
Strom, Büromaterialien, etc. ???
IHK (bis einen Gewinn von 5,200€ im Jahr) Beitragsfrei, danach prozentualer Anteil
Oder Handwerkskammer jährlicher Beitrag

Ergänzung: AGB´s & Widerrufsbelehrung : je nach Anbieter, 9€ monatlich oder 100€

Ihr seht also, es sind schnell mal ein paar Hundert Euro zusammen. Das ist zwar noch überschaubar, aber auch nicht wenig! Ihr solltet also schon ein kleines Startkapital besitzen.

Im nächsten Beitrag geht es um die Frage ob man eine Verkaufsplattform wie Dawanda & Co nutzen sollte oder ob einem ein eigener Online Shop mehr Vorteile bietet. Außerdem stellt sich die Frage, was ist handgemachtes eigentlich Wert?

Ich freue mich auf euch!

Blogunterschrift

21 Kommentare

  1. Lilli Maltese & Alena 29. April 2016 um 9:55 Uhr - Antworten

    Christina das hast du einfach super gemacht! Ein toller Beitrag, der bestimmt vielen, einschließlich mir, weiterhelfen wird! Du hast tolle und hilfreiche Informationen zusammen gefasst und einen Einblick über anfallende Kosten geschafft.
    Vielen Dank!
    Liebe Grüße
    von Alena & Lilli <3

    • Zucker und Zimt Design 29. April 2016 um 11:25 Uhr - Antworten

      Sehr gerne! Ich hoffe sehr das die Blogreihe eine Hilfestellung für euch und auch andere ist! ?
      LG Christina

  2. Ellen 29. April 2016 um 11:03 Uhr - Antworten

    Toller Artikel Christina!!! Vielen Dank!!!?

  3. Manu Wütscher 29. April 2016 um 14:14 Uhr - Antworten

    Dank Dir, toller Beitrag, Super Ges gegeben und hilfreich ??

  4. Little Blue Heart 2. Mai 2016 um 8:39 Uhr - Antworten

    Danke für deinen ausführlichen Beitrag über die dieses interessante Thema und die nützlichen Informationen. Ich spiele tatsächlich auch schon etwas länger mit dem Gedanken einen eigenen kleinen Online Shop zu eröffnen, aber habe ziemlichen Respekt vor der Selbstständigkeit, auch wenn es nur ein Kleingewerbe ist. Die Eröffnung heßt dann ja auch durchhalten und da bin ich mir momentan noch nicht sicher, ob ich wirklich Zeit und Aufwand aufbringen kann und will. Ich bewundere Jeden, der mit Leidenschaft selbstgemachtes verkauft und ich finde auf jeden Fall, handgemachtes ist die Sache wert! 🙂
    Also mach auf jeden Fall weiter!!! Kommt gut in die neue Woche, liebe Grüße von Carina und Nala

    • Zucker und Zimt Design 2. Mai 2016 um 10:24 Uhr - Antworten

      Vielen Dank! Schön das dir der Beitrag gefällt! Ich hoffe die anderen zwei die noch folgen, sind genauso informativ 🙂 ich merke selbst das der Zeitaufwand immer größer wird, das ist nicht zu unterschätzen. Das merke ich selbst im Moment sehr stark. Ich mache das Ganze ja auch noch nicht lang, aber bis jetzt habe ich die Lust noch nicht verloren, denn etwas eigenes Aufbauen macht auch sehr viel Spaß! Wenn du denn Schritt doch irgendwann mal wagen möchtest und du fragen hast, helfe ich dir gern wenn ich kann 🙂
      Vielen Dank, ihr auch!
      LG Christina und ihre Fellnasen

  5. […] Teil 1 findet ihr eine to-do-Liste zur Eröffnung eines Kleinunternehmens und welche Kosten grob auf euch […]

  6. Sheltie Bailey 9. Mai 2016 um 8:30 Uhr - Antworten

    Hallo liebe Christina,

    so ein toller Beitrag! Einfach klasse aufgelistet und für jeden verständlich. Und ich bin absolut überrascht wieviel das kostet!
    Ich habe ja selbst ein Kleingewerbe als Blogger angemeldet. Bei uns in Schleswig Holstein hat mich die Gewerbeanmeldung zum Glück auch nur 20 € gekostet. Die IHK hat sich dann bei mir gemeldet und das Finanzamt auch. Das Finanzamt hat mir dann auch direkt den Erfassungsbogen zugeschickt, den ich ehrlicherweise ein paar Tage (okay 3 Wochen) vor mich hin geschoben habe. Dann habe ich ihn nach bestem Gewissen und Google ausgefüllt.
    Ich bin mir nach wie vor unschlüssig ob ich mir dieses Jahr einen Steuerberater suche oder erst einmal gucke wieviele Einnahmen es wirklich werden. Wenn ich am Ende einen Gewinn von 20€ habe, dann macht ein Steuerberater nicht viel Sinn.

    Andererseits gehöre ich immer zu den Menschen, die lieber auf der sicheren Seite sind 😉
    Ich werde mir jetzt auf jedenfall deinen 2. Beitrag durchlesen. Denn eine Freundin von mir hatte auch überlegt einen daWanda Shop zu machen. ich vermute aber mal – jetzt wird sie es nicht mehr tun.

    Ganz lieben Gruß

    Jasmin

    • Zucker und Zimt Design 9. Mai 2016 um 8:41 Uhr - Antworten

      Hallo Jasmin, ich freue mich das er dir gefällt ?
      Ja da kommt einiges zusammen und man sollte schon ein kleines Polster haben. Ich bin auch mal gespannt wie viel im Endeffekt übrig bleibt. Ich habe jetzt meine Steuerunterlagen eingereicht und lasse mich mal überraschen, der Steuerberater macht ja dann auch eine Gewinnberechnung. Ich kenne mich mit Steuern nämlich wirklich null aus und auch der Fragebogen hatte für mich tausend ???? Deshalb werde ich jetzt mal das Geld in einen investieren. Ich kann aber gut verstehen wenn du es erstmal selbst probieren willst! Ich hoffe natürlich das mehr als 20€ übrig bleiben für dich ?
      LG Christina

  7. […] gerne mehr zum Thema „Traum vom eigenen Online Shop“ erfahren wollt, schaut doch bei Teil1 und Teil2 […]

  8. podencaluana 10. November 2016 um 23:04 Uhr - Antworten

    mein gott, damit hätte ich gar nicht gerechnet. ich überlege nämlich auch einen shop zu eröffnen…hmm

  9. Claudia 26. Januar 2017 um 14:39 Uhr - Antworten

    Ich habe mir schon öfters darüber Gedanken gemacht mich aber noch nicht drüber getraut. Mal schauen wie das in Österreich so ist. Danke für die Anregung. LG Claudia

    • Zucker und Zimt Design 26. Januar 2017 um 15:02 Uhr - Antworten

      Sehr gerne! Ich hab mich auch erst getraut nach dem ich die anderen Beiträge gelesen habe und trotzdem noch ein flaues Gefühl beim veröffentlichen gehabt ^^
      LG Christina

  10. Anonymous 15. März 2017 um 11:35 Uhr - Antworten

    Vielen Dank für die ausführlichen Infos das hilft mir sehr….

    Liebe Grüße

  11. Annika 27. Februar 2018 um 17:36 Uhr - Antworten

    Hi,

    vielen Dank für diese super Reihe !!! Sie ist so Hilfreich ich bin dabei mein Gewerbeanzumelden und was ich Fragen wollte kann man selbst beeinflussen dass die IHK sich bei einem meldet und nicht die HWK ? Wenn ja wie ich wäre sehr dankbar über eine Hilfreiche antwort! LG

    • Christina 7. März 2018 um 13:51 Uhr - Antworten

      Hallo Annika,

      du kannst es leider nicht wirklich beeinflussen. Deine Gewerbebeschreibung entscheidet darüber wo du landest und wahrscheinlich auch viel Glück. 😉
      LG Christina

  12. Isabell Kintzel 3. April 2018 um 11:20 Uhr - Antworten

    Hallo du liebe, vielen Dank für diesen aufschlussreichen Beitrag 🙂 sag mal wie ist das denn mit den Maxibriefkartons und dem Versand am Anfang? Bzw wie kann man das mit den Versandkosten regeln, sodass ich nicht haften muss, wenn ein Paket nicht ankommt? Ich hoffe du weißt was ich meine…normalerweise kosten die ja im Versand 2,60€ aber sind dann natürlich unversichert. Da kann ja jeder sagen, das Paket wäre nicht angekommen…wie hast du das denn gemacht? **LG Isa

    • Christina 3. April 2018 um 13:37 Uhr - Antworten

      Hallo ich hatte am Anfang leider tatsächlich recht viele Maxibriefe die nicht „ankamen“. Deshalb bin ich dann dazu übergegangen Maxibriefe als Paket und Großbriefe als Einschreiben zu verschicken. Dann sind sie auch gleich versichert, wenn sie wirklich mal verloren gehen. Ansonten hast du bei Briefen noch die Möglichkeit sie mit „Prio“ zuversenden, das kostet dann nur 90 cent ist mit Sendungsverfolgung, aber ohne Versicherung.
      Ich hoffe dir ist damit etwas geholfen!
      LG Christina

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